文本歌词
作曲 : Wolfgang Amadeus MozartDIE DREI KNABENZum Ziele führt dich diese Bahn,doch mußt du Jüngling männlich siegen,drum höre uns’re Lehre an:Sei standhaft, duldsam, und verschwiegen! –TAMINOIhr holden Knaben sagt mir an,ob ich Pamina retten kann? –DIE KNABENDies kund zu tun steht uns nicht an;sei standhaft, duldsam und verschwiegen!Bedenke dies, kurz: sei ein Mann. –Dann Jüngling wirst du männlich siegen.(gehen ab)TAMINODie Weisheitslehre dieser Knabensei ewig mir ins Herz gegraben.Wo bin ich nun? – Was wird mit mir?Ist dies der Sitz der Götter hier? –Es zeigen die Pforten – es zeigen die Säulen,daß Klugheit, und Arbeit, und Künste hier weilen.Wo Tätigkeit thronet und Müßiggang weicht,erhält seine Herrschaft das Laster nicht leicht.Ich wage mich mutig zur Pforte hinein.Die Absicht ist edel, und lauter, und rein.Erzitt’re feiger Bösewicht!Paminen retten ist mir Pflicht!(geht an die Pforte rechts, macht sie auf, und als er hinein will, hört man von fern eine Stimme)ERSTE STIMME (von innen)Zurück!TAMINOZurück? zurück?– so wag ich hier mein Glück!(geht an die Pforte links)ZWEITE STIMME (von innen)Zurück!TAMINOAuch hier ruft man „zurück“?(sieht sich um)Da seh’ ich noch eine Tür.Vielleicht find’ ich den Eingang hier!(Er klopft, ein alter Priester erscheint.)SPRECHERWo willst du kühner Fremdling hin?Was suchst du hier im Heiligtum? –TAMINODer Lieb’ und Tugend Eigentum.SPRECHERDie Worte sind von hohem Sinn –allein, wie willst du diese finden?Dich leitet Lieb’ und Tugend nicht,weil Tod und Rache dich entzünden.TAMINONur Rache für den Bösewicht.SPRECHERDen wirst du wohl bei uns nicht finden.TAMINOSarastro herrscht in diesen Gründen?SPRECHERJa, ja, Sarastro herrschet hier.TAMINODoch in der Weisheit Tempel nicht? –SPRECHEREr herrscht im Weisheitstempel hier! –TAMINOSo ist denn alles Heuchelei! –(Er will gehen.)SPRECHERWillst du schon wieder geh’n?TAMINOJa ich will gehen, froh, und frei –nie euren Tempel sehn! –SPRECHERErklär dich näher mir,dich täuschet ein Betrug! –TAMINOSarastro wohnet hier,das ist mir schon genug! –SPRECHERWenn du dein Leben liebst, so rede, bleibe da! –Sarastro hassest du?TAMINOIch haß’ ihn ewig, ja! –SPRECHERSo gib mir deine Gründe an! –TAMINOEr ist ein Unmensch, ein Tyrann! –SPRECHERIst das, was du gesagt, erwiesen?TAMINODurch ein unglücklich Weib bewiesen,das Gram und Jammer niederdrückt!SPRECHEREin Weib hat also dich berückt? –Ein Weib tut wenig, plaudert viel,du Jüngling glaubst dem Zungenspiel? –O legte doch Sarastro dirdie Absicht seiner Handlung für. –TAMINODie Absicht ist nur allzu klar!Riß nicht der Räuber ohn’ ErbarmenPamina aus der Mutter Armen? –SPRECHERJa Jüngling, was du sagst, ist wahr! –TAMINOWo ist sie, die er uns geraubt?Man opferte vielleicht sie schon? –SPRECHERDir dies zu sagen, teurer Sohn,ist jetz und mir noch nicht erlaubt. –TAMINOErklär dies Rätsel, täusch mich nicht!SPRECHERDie Zunge bindet Eid und Pflicht!TAMINOWann also wird das Dunkel schwinden? –SPRECHERSobald dich führt der Freundschaft Handins Heiligtum zum ew’gen Band.(geht ab)TAMINOO ew’ge Nacht! Wann wirst du schwinden?Wann wird das Licht mein Auge finden? –PRIESTER (von innen)Bald, Jüngling, oder nie!TAMINOBald, sagt ihr, oder nie? –Ihr Unsichtbaren saget mir:lebt denn Pamina noch? –PRIESTERPamina lebet noch!TAMINOSie lebt, sie lebt!Ich danke euch dafür.(nimmt seine Flöte heraus)O wenn ich doch im Stande wäre,Allmächtige, zu eurer Ehre,mit jedem Tone meinen Dankzu schildern, wie er hier,(aufs Herz deutend)hier entsprang.